13 Bücher
Immanuel Kant
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“Die kühne Kosmologie des jungen Kant: Die Milchstraße ist eine abgeflachte Scheibe aus Sternen, die blassen „Nebel“ sind weitere solche Systeme, und das Sonnensystem entstand nach rein mechanischen, newtonschen Gesetzen aus einer Urwolke verstreuter Materie — die erste Fassung der „Nebularhypothese“. Die Schöpfung, so Kant, ist nie vollendet, sondern breitet sich endlos durch den unendlichen Raum aus; und er schließt mit Mutmaßungen über die Bewohner anderer Planeten.”
“Der elegante Essay des jungen Kant, eher von einem Beobachter der menschlichen Natur geschrieben als von einem Philosophen: über die zwei Arten des „feineren Gefühls“ — für das Erhabene, das rührt, und für das Schöne, das reizt —, wie sie sich in der Natur zeigen, in menschlichen Eigenschaften und Temperamenten, im Verhältnis der Geschlechter und im Charakter der Völker. Die beiden letzten Abschnitte spiegeln die Vorurteile ihrer Zeit.”
“Kant fragt, was die Vernunft ohne Erfahrung erkennen kann, und antwortet mit einer „kopernikanischen Wende“: Raum und Zeit sind Formen unserer Anschauung, und die Kategorien, wie Ursache und Substanz, sind Regeln unseres Verstandes — so können wir die Welt a priori erkennen, wie sie uns erscheint, aber nie, wie sie an sich ist. Die Versuche der Vernunft, die Seele, die Welt als Ganzes und Gott zu erkennen, enden im Schein; und so wird das Wissen begrenzt, um dem Glauben Platz zu machen.”
“Kants kurze, klarere Neufassung der „Kritik der reinen Vernunft“, geschrieben für Lehrer und Leser, denen die Kritik zu schwer gewesen war. Von Hume aus seinem „dogmatischen Schlummer“ geweckt, fragt er, wie reine Mathematik, reine Naturwissenschaft und Metaphysik möglich sind — und kommt zu dem Schluss, dass Metaphysik nur durch Kritik zur Wissenschaft werden kann.”
“Kants kurzer, berühmter Aufsatz bestimmt Aufklärung als den Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit — dem Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen — und gibt ihr einen Wahlspruch: „Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Ihre Bedingung ist Freiheit: die Freiheit, von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlichen Gebrauch zu machen.”
“Kants kurze Grundschrift der Ethik sucht das oberste Prinzip der Moralität. Ausgehend von dem Gedanken, dass nichts ohne Einschränkung gut ist als allein ein guter Wille, gelangt sie zum kategorischen Imperativ — handle nur nach einer Maxime, von der du wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde; behandle die Menschheit immer zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel — und gründet ihn auf die Autonomie und Freiheit vernünftiger Wesen.”
“Kants zweite Kritik zeigt, dass reine Vernunft praktisch sein kann: dass das moralische Gesetz, das unbedingt gebietet, ein „Faktum der Vernunft“ ist, durch das wir uns als frei erkennen. Die Pflicht, nicht die Glückseligkeit, ist der Grund der Moral; die Achtung vor dem Gesetz ist ihr einziger Beweggrund; und die Hoffnung, Tugend und Glückseligkeit könnten am Ende vereint werden, führt die Vernunft dazu, Unsterblichkeit und Gott zu postulieren. Sie endet mit dem bestirnten Himmel über mir und dem moralischen Gesetz in mir.”
“Kants dritte Kritik sucht die Kluft zwischen Natur und Freiheit durch die Urteilskraft zu überbrücken. Sie fragt, was es heißt, etwas schön oder erhaben zu nennen — ein Wohlgefallen ohne Interesse, gültig für jedermann, ohne Begriff —, untersucht das Genie und die schöne Kunst und fragt dann, wie wir Lebewesen als Zwecke verstehen können und die ganze Natur als auf einen Endzweck gerichtet: den Menschen als moralisches Wesen.”
“Kant fragt, was vom Christentum bleibt, wenn man es allein mit der Vernunft liest. Er findet in der menschlichen Natur ein „radikales Böses“ — einen Hang, die Selbstliebe über das moralische Gesetz zu stellen —, das nur durch eine Revolution der Gesinnung überwunden werden kann; er deutet den Sohn Gottes als das Ideal sittlicher Vollkommenheit in unserer Vernunft; beschreibt die Kirche als „ethisches gemeines Wesen“ auf dem Weg zu einer reinen Vernunftreligion; und verwirft als „Afterdienst“ jeden Versuch, Gott durch etwas anderes zu gefallen als durch einen guten Lebenswandel.”
“In der Form eines Friedensvertrags geschrieben, legt Kants kleines Buch die Bedingungen dar, unter denen der Krieg für immer enden könnte: Präliminarartikel, die geheime Vorbehalte, stehende Heere und die Einmischung in andere Staaten verbieten; und drei Definitivartikel — eine republikanische Verfassung in jedem Staat, ein Föderalismus freier Staaten und ein Weltbürgerrecht der Hospitalität. Die Natur selbst, so Kant, verbürgt, dass der Friede kommen wird.”
“Kants reifes System der Ethik und des Rechts, gebaut auf dem Prinzip der „Grundlegung“. Die Rechtslehre entwickelt das Recht der Person, Eigentum, Vertrag, Staat und Strafe, das Völkerrecht und die Hoffnung auf ewigen Frieden; die Tugendlehre die Pflichten gegen uns selbst und gegen andere, als Zwecke, die zugleich Pflicht sind — die eigene Vollkommenheit und die Glückseligkeit anderer.”
“Kants populäre Vorlesungen über die menschliche Natur, rund dreißig Jahre lang gehalten und gegen Ende seines Lebens veröffentlicht: über die Sinne, Einbildungskraft, Gedächtnis, Träume und Genie; über Lust, Langeweile, Geschmack und die Kunst der Tischgesellschaft; über Affekte und Leidenschaften; Temperament und Charakter; und über die Gattung Mensch, bestimmt, sich in der Gesellschaft zu kultivieren, zu zivilisieren und zu moralisieren.”
“Kants Vorlesungen über die Erziehung legen dar, dass der Mensch das einzige Geschöpf ist, das erzogen werden muss, und nur durch Erziehung Mensch werden kann. Sie beschreiben die Stufen der Disziplinierung, Kultivierung, Zivilisierung und Moralisierung; geben praktische Ratschläge zur Pflege und körperlichen Erziehung der Kinder, zur Bildung des Geistes und zur Formung des sittlichen Charakters; und stellen die zentrale Frage: Wie kultiviere ich die Freiheit bei dem Zwange?”